Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

1. Antwortschreiben unserer Pfarrei


Katholische Kirchenstiftung St. Franziskus

Hubertusplatz 1
86169 Augsburg

Augsburg, den 22.06.2011


Antwort - Pastorale Raumplanung 2025

Verehrter hochwürdigster Herr Diözesanbischof,
sehr geehrter hochwürdiger Herr Generalvikar,
sehr geehrte hochwürdige Herren,

dem vorliegenden Entwurf des pastoralen Strukturplanes können wir nach reiflichen Beratungen in den Gremien der Pfarrgemeinde und einstimmigen Beschlüssen nicht zustimmen.

In schwerster Nachkriegszeit wurde 1920 im Norden von Lechhausen in den Lech-stauden die Firnhaberau gegründet. Alles, was in der Siedlung geschaffen wurde, hatte seinen Schwerpunkt in der Nachbarschaftshilfe und in Eigenleistungen. Auch auf unsere Pfarrkirche traf und trifft dies zu, die 1929 nicht unbedacht dem heiligen Franziskus geweiht wurde. Diese Tradition hat sich bis in unsere Tage - wenn auch zeitgemäß abgewandelt - erhalten.

Eigenleistungen - Sach- und Finanzmittel bezogen - prägen von der Gründung der Gemeinde an bis heute den engen Zusammenhalt unserer Gläubigen. Kirchenrenovierung und die spätere Erweiterung, der Bau eines BeGegnungsZentrums und eines Kindergartens, der eben wieder vor einer Erweiterung steht, sind die äußeren Zeichen dieses Einsatzes, der insbesondere auch unter dem engagierten über 40-jäh-rigen Wirken von Monsignore Anton Schmid geschaffen werden konnte.

Unsere Gemeinde St. Franziskus ist eine gewachsene und durch und durch lebendige Pfarrei mit einer Vielzahl von engagierten Gläubigen aller Altersstufen. Eine Vielzahl von Arbeitskreisen und gerade auch in die gesamte Siedlung hineinwirkende Organisationen (z.B. KAB, DJK etc.) sind Zeichen dafür. Nicht von ungefähr können wir uns über die höchste Kirchgängerquote in unserem Dekanat freuen. Die Kirchenstiftung, die Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinderat arbeiten seit 1971 sehr eng und mit Erfolg zusammen.

Im Jahre 2009 standen wir vor der Herausforderung unser BeGegnungsZentrum, das wir mit einem hohen Maße an Eigenleistungen ermöglicht hatten, mit eigenen Mitteln in Höhe von jährlich € 60.000,- aufrechtzuerhalten, nachdem die Bischöfliche Finanzkammer bisherige Zuschüsse nicht mehr leisten konnte. Infolge erneuten hohen gemeinschaftlichen Einsatzes eines großen Teiles unserer Gemeindemitglieder konnten wir die erforderlichen finanziellen Mittel aufbringen und sind aufgrund der Zusagen auch zuversichtlich, dass dies in den kommenden Jahren Bestand haben wird. Dieses jüngste Beispiel zeigt den unbedingten Willen der Gläubigen, die Kirche vor Ort lebendig und zukunftsorientiert zu gestalten.

Aufgrund der geografischen Lage unserer Pfarrgemeinde sind wir auf eigene Seel-sorger angewiesen. Unsere Pfarrei St. Franziskus befindet sich am nördlichsten Punkt der Stadt Augsburg. Durch ein Gebiet nördlich der Autobahn (A 8), den Lech im Westen und die Hammerschmiede im Osten sind die Wege zu den benachbarten Pfarreien für die Kinder und vor allem auch die Senioren unzumutbar und auch zu gefährlich. Wir würden insbesondere diesem Personenkreis den Weg zur Kirche buchstäblich abschneiden.

Wie im Hirtenwort zur österlichen Bußzeit 2011 ausgeführt, ist lebendige Seelsorge in unserer Pfarrei nur dann möglich, wenn allen Gemeindemitgliedern der Zugang zu regelmäßigen Gottesdiensten insbesondere zur Eucharistiefeier erhalten bleibt. Diesen Zugang aber sehen wir bei der Umsetzung des Strukturplanes in Zukunft extrem gefährdet. Wir unterstützen Ihre Gedanken, dass "allein die gelebte Sehnsucht nach dem allerheiligsten Sakrament des Altares (....) letztlich wieder junge Männer dazu bewegen (wird), ihrer Berufung zum Priestertum zu folgen". Dies lässt sich jedoch bezogen auf unsere Gemeinde nicht ohne eigenen Priester / Seelsorger verwirklichen.

Die Vergangenheit zeigt, dass aus unserer Pfarrgemeinde überdurchschnittlich viele Priester und Diakone berufen wurden. Um diesem Anspruch auch heute weiter gerecht zu werden, sind wir im Begriff einen Arbeitskreis für Seelsorger und geistliche Berufe einzurichten, in dem wir insbesondere jungen Familien das geistliche Amt und den Weg dorthin anhand praktischer Berichte verdeutlichen werden. Auch sind wir uns der Tatsache bewusst, dass geistliche Berufe erbetet werden können; dies werden wir in der Verantwortung des Pfarrgemeinderates künftig regelmäßig auch tun.

Natürlich sehen und verstehen auch wir die Zeichen der Zeit und die daraus resultierende Not der Bistumsleitung, die insbesondere aus der bedauerlich geringen Zahl nachwachsender Seelsorger zunächst bis 2025 entsteht.

Uns treibt, dafür bitten wir herzlich um Ihr Verständnis, die tiefe Sorge um die Gläubigen und ihre praktische Glaubensperspektive in der Firnhaberau und hier insbesondere um unsere Kinder, Jugendlichen sowie auch Senioren. Je weiter die Entfernung zum kirchlichen Leben - räumlich wie insbesondere auch emotional - gestaltet wird, um so mehr wird die Bindung zum Leben der Kirche und der Pfarrgemeinde im Laufe der Zeit schwinden, da insbesondere diese Bevölkerungsgruppen auch unter Berücksichtigung öffentlicher Verkehrsmittel eben nicht ausreichend mobil sind.

Das christliche Zentrum in der Siedlung Firnhaberau darf nicht verwaisen! Die pastoralen und gesellschaftspolitischen Folgen dürfen und können wir nicht verantworten!

Daher plädieren wir für die Eigenständigkeit unserer Pfarrgemeinde! Wenn letztlich ganz am Ende der Entwicklung < von der wir hoffen und glauben, sie durch Gebet und Initiativen doch noch abwenden zu können >, eine Gemeinschaft unvermeidbar wird, sehen wir eine Pfarreien-Gemeinschaft nur mit Christkönig als sinnvoll an. Die Anpassung der Pfarreigrenzen ähnlich der Schulsprengeleinteilung wäre dann allerdings in mehrfacher Weise zweckmäßig. Die Zusammenarbeit mit unserer Nachbargemeinde Christkönig praktizieren wir bereits jetzt. Dieses Miteinander, das wir auch weiter aktiv entwickeln werden, verstehen wir letztlich auch als eine natürliche Option für eine am Ende möglicher Weise doch unvermeidbare Pfarreien-Gemeinschaft, die kreativ vorzubereiten und zu gestalten zu gegebener Zeit dann die Aufgabe der Gremien beider Pfarrgemeinden sein würde.

Unser vorrangiges Ziel aber heißt: Den Boden für Berufungen bereiten helfen und Gott durch Gebet inständig um Arbeiter für seinen Weinberg zu bitten.

Mit freundlichen Grüßen für die Pfarrgemeinde


gez.

Pfarrer
Msgr. Anton Schmid
Pfarrgemeinderatsvorsitzender
Friedhelm Rieß
Kirchenpflegerin
Irmgard Noack






Anhänge: (finden Sie in voller Größe in der unten angehängten PDF-Datei)


PDF-DateiPastorale Raumplanung 2025 - Antwortschreiben
PDF des Briefes vom 22.06.2011
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PDF-DateiPastorale Raumplanung 2025 - Anhang
Anhang an den Brief vom 22.06.2011 (4 Folien)
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