Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Geschichte der Kirche


Unsere Kirche St. Franziskus am Hubertusplatz hat eine bewegte Geschichte hinter sich, wie sich auch unser Leben im Laufe der Zeit verändert hat. Der Anfang war beschwerlich, da die Zahl der Katholiken in der Firnhaberau nur etwa 700 betrug und die ersten Siedler unter schwierigen Bedingungen leben mussten. Über den Neubau waren sie hoch erfreut, weil sie nun nicht mehr über staubige Wege nach St. Pankratius oder nach St. Sebastian gehen oder radeln mussten. Seit dem Neubau der Volksschule im Jahre 1927 konnten sie in einem der Schulsäle die Sonntagsmesse feiern. Der damalige Pfarrer von St. Pankratius, August Ritzl, bat im Jahre 1927 das Bischöfliche Ordinariat um eine eigene Kirche für die Gläubigen in der Firnhaberau und konnte schon an Ostern 1928 den Grundstein dazu legen. Im September des gleichen Jahres stand schon der Rohbau mit den Maßen: 26 m lang, 13 m breit, 9,8 m Innenhöhe, 34 m Turmhöhe. Den Bauplan hat der Architekt der Siedlung, Albert Kirchmayer, gefertigt, die Ausführung lag in den bewähr­ten Händen des Siedlungsbaumeisters Kaspar Reiter. Beiden wurde auch eine Straße in unserem Stadtteil gewidmet.

Am 15. September 1929 konnte Prälat Johann Deller im Auftrag des Bischofs die neue Kirche segnen. Sie wurde dem Schutz des hl. Franziskus unterstellt, der durch seine natürliche Lebens­weise und seine Liebe zu den Tieren den Siedlern besonders nahe stand. Mehrere 100 Gläubige, die auch aus der Stadt her­beigeströmt waren, nahmen an dieser Feier teil.

Wie Fotos zeigen, stand die Kirche noch auf freier Flur, weil das Pfarrhaus erst im Jahre 1955 von Baumeister Heinrich Sonnenhauser erbaut werden konnte.

Die Baumaterialien lagen zwar schon 1939 bereit, aber durch den Ausbruch des Krieges konnte der Bau nicht begonnen werden. Kurzerhand verschenkte Pfarrer Martin Gomm die Materialien an die Siedler, die alles sehr dankbar annahmen, nicht zuletzt zur Ausbesserung von Kriegsschäden.

Das Innere der Kirche zeigt auf den Fotos zwei 5,40 m hohe Fenster und dazwischen die vergoldete Figur des hl. Franziskus mit einer Größe von 2,70 m. Als während des Krieges die beiden Fenster bei einem Bombenangriff zersplitterten, wurden sie durch ein Mauerwerk verschlossen.

Bei der Renovierung im Jahre 1972 /1973 wurden alle drei Fenster geöffnet und mit schönen Farbfenstern zum Sonnen­gesang des hl. Franziskus ausgefüllt. Seine Figur fand im Turm der Kirche, durch den früher auch der Haupteingang führte, einen würdigen Platz. Bei der Erweiterung der Kirche wurde für sie eine eigene Rotunde im Neubau erstellt, wo sie nun endgültig bleibt und verehrt wird.

Zur Einweihung im Jahre 1929 erhielt die Kirche drei Glocken, von denen die beiden größeren bald dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer fielen und eingeschmolzen wurden. Erst im Jahre 1956 konnte durch die Spendenbereitschaft der Gläubigen ein neues Geläute mit drei Glocken angeschafft werden, die nach der Größe die Namen Jesus, Maria und Joseph tragen.

Bischof Dr. Joseph Freundorfer weihte die neuen Glocken, die heute noch die Menschen zum Gottesdienst einladen.

Im Jahre 1939 wurde das Harmonium auf der Empore durch eine Orgel ersetzt, die von der Firma Nenninger in München erbaut wurde. Sie spielte ursprünglich in dem Film " Die Pfingstorgel" und wurde von der Bavaria-Filmgesellschaft erworben.

Als Filmorgel war sie nicht von bester Qualität und nur mit einem Manual ausgestattet, erfüllte aber ihre Aufgabe zu unserer Zufriedenheit bis 1993, als wir durch die Firma Rudolf Kubak aus Augsburg eine neue und größere Orgel beschaffen konnten. Unvergessen bleibt unsere damalige Organistin, Frau Viktoria Vöst, die von 1947 bis 1989 die Gottesdienste mitgestaltete.

Die erste größere Renovierungsmaßnahme in den Jahren 1972/ 1973 war veranlasst durch einen Wassereinbruch im Helm des Turmes, durch einen verblassten Außenanstrich, und durch­hängende Dielen an der Decke, sowie durch weitere kleine Schäden. Dazu kam ein neues liturgisches Verständnis der Eucharistiefeier seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, das im Jahre 1965 zu Ende ging. So stand nun der Altar in der Mitte, flankiert von Ambo und Osterkerze. Alle sakralen Gegenstände, auch der Tabernakel, die Marienfigur und der Kreuzweg wurden aus dem warmen Oregon-Holz aus Kanada gefertigt und passten gut zum Kirchenraum. Der Künstler der neuen Einrichtung, Hans Kreuz aus Herrsching, verstand es meisterhaft, die feine Maserung des Holzes in die Darstellung einzubeziehen. Heute stehen sie in der Turmkapelle und dienen kleineren Gottes­diensten. In der Weihe des neuen Altars durch Bischof Dr. Joseph Stimpfle am 6. Oktober 1973 fand die erste Verände­rung der Kirche einen würdigen Abschluss.

 
Rund 20 Jahre später musste unsere Kirche eine noch größere Baumaßnahme über sich ergehen lassen. Mehrere Neubau­gebiete in der Firnhaberau ließen die Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten auf das Doppelte anwachsen. Unsere Kirchen­verwaltung und der Pfarrgemeinderat reagierten darauf mit dem Bau der Kindertagesstätte in den Jahren 1980 bis 1981 und mit der Erweiterung der Kirche. Architekt Adolf Kreuzer hatte die nicht leichte Aufgabe, die alte Bausubstanz zu erhalten und neue Sitzplätze für 150 Personen zu schaffen.















So wurde nach Süden ein neues Kirchenschiff angebaut und dieses durch eine Glaszeile vom alten abgesetzt und zugleich mit ihm verbunden. Der Altarraum wurde von Professor Georg Bernhard neu gestaltet und die sakralen Gegenstände aus Stein gearbeitet, was der neuen Größe der Kirche entsprach. Der neue runde Altar samt der neuen Orgel wurde von Bischof Viktor Josef Dammertz am 31. Oktober 1993 unter großer Anteil­nahme der Gläubigen feierlich geweiht.

Dieses große Werk wurde möglich durch großzügige Zuschüsse der Bischöflichen Finanzkammer aus Steuermitteln und die edle Spendenbereitschaft vieler Mitchristen.

 
Der Unterhalt von Kirche, BeGegnungsZentrum und Kinder­tagesstätte erfordern weiterhin unsere Mithilfe. Die letzte bauliche Maßnahme war die Instandsetzung des früheren Nord­eingangs der Kirche am Schulhof.

Der äußerlich sichtbaren Bautätigkeit entsprach eine lebendige pastorale Arbeit mit und an den Menschen. Drei Volksmissionen in den Jahren 1952, 1980 und 1994 dienten der inneren Festigung des Glaubens. Über das Missionskloster St. Ottilien erhielten wir eine Patenpfarrei in Tanzania (Ostafrika). Seit 1958 herrschte ein reger Austausch mit Mkumbi durch Briefe, Besuche und Missionsspenden. 1950 wurde unsere einstige Expositur von St. Pankratius zur Stadtpfarrei erhoben. Dem Bedürfnis der Menschen nach Gemeinschaft, Versammlungen und Freizeitgestaltung kam die Pfarrgemeinde durch den Bau des BeGegnungsZentrums in den Jahren 1976/1977 entgegen.

Geistige Früchte erwuchsen unserer Gemeinde in zwei Primizen der Neupriester Pater Christoph Puschner und Wolfgang Hacker in den Jahren 1969 und 1987. Weitere Gnadengaben Gottes sind die Berufungen von vier Männern zum Diakonat: Otto Leutenmayr, Dieter R. Kirchmair, Winfried Schölch, Stefan Eschey und Erich Josef Wagner.

Mgsr. Anton Schmid
Stadtpfarrer

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