Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Geschichte der Firnhaberau


Der Name Firnhaberau geht auf Kommerzienrat Friedrich August Firnhaber (1823 - 1887), Leiter der Augsburger Kamm­garn-Spinnerei, zurück. Dieser erwarb 1883 das Auengebiet rechts des Lechs von der Staatlichen Forstverwaltung als Jagdrevier. Nach dem Tode seiner Frau im Jahre 1904 ging das fast 189 ha große Areal als Stiftung an die Stadt mit der Auflage, es zur Linderung der damaligen Wohnungsnot zur Verfügung zu stellen.

Im Jahr 1920 wurde die Siedlungsgenossenschaft Augsburg-Firnhaberau gegründet. Im Januar 1921 begannen die Rodungs­arbeiten und Architekt Dipl.-Ing. Albert Kirchmayer erstellte einen Gesamtbebauungsplan. Am 13. März 1921 erfolgte der Spatenstich zum Bau des ersten Wohnhauses im Siedlerweg 7. Errichtet wurde es in Eigenleistung. Mit dem Hebauf am 15. Mai wurde das erste Siedlerfest gefeiert, das aus alter Tradition heute noch im Juli begangen wird. Am 1. Juli 1921 konnten bereits die ersten Siedler einziehen. Um eine Selbstversorgung zu ermög­lichen, erhielten sie reichlich Gartenland zugeteilt.

So entstanden als erstes Siedlerweg und Staudenweg, es folgten der Jagdweg, Fasanenweg und der Hubertusplatz. Für die schnell wachsende Siedlung wurden 1924 Bäckerei, Metzgerei und auch ein Friseur im Geschäftsblock mit Feuerwehrhaus und 15 Woh­nungen am Hubertusplatz eröffnet.

1927 erbaute die Stadt ein Schulhaus mit Lehrerwohnung am Hubertusplatz, das heute noch als sogenannter Altbau Klassen beherbergt. Der später errichtete Neubau in Leichtbetonbauweise ist inzwischen wieder abgerissen und ein neuer Klassentrakt an das Schulgebäude angebaut. Heute besuchen fast 400 Schüler die Volksschule in der Firnhaberau.

Im Frühjahr 1928 wurde der Hubertushof eröffnet, der heute weit über die Grenzen der Firnhaberau bekannt ist. Der große Saal, der bereits damals 400 Gästen Platz bot, ist heute noch für Feierlichkeiten aller Art gefragt. Die Stadt richtete 1928 eine Omnibuslinie ein. Diese Linie verkehrte am Tage fünfmal von der Firnhaberau zur Lechbrücke. Heute bringen uns zwei Buslinien im 10-Minuten-Takt in die Augsburger Innenstadt.

Im Jahr 1928 begann auch der Bau unserer katholischen Kirche St. Franziskus.

1936 wurde die evangelische Nachbarkirche St. Lukas errichtet. Seit vielen Jahren pflegen die Pfarreien gut nachbarschaftliche Beziehungen in ökumenischen Gottesdiensten, gemeinsamen Chorkonzerten, Kinder- und Schulgottesdiensten. Der 2005 ins Leben gerufene Arbeitskreis "Ökumene", beauftragt von den Pfarrgemeinderäten von Christkönig und St. Franziskus sowie vom Kirchenvorstand St. Lukas übernimmt das inhaltliche ökumenische Arbeiten. Ökumene ist lebendig in der Firnhaberau und in der Hammerschmiede.

Noch vor dem 2. Weltkrieg wurden die Häuser an der Westseite der Schillstraße gebaut. Erst nach dem Krieg erfolgte dann die Bebauung östlich der Schillstraße, am Hammerschmiedweg und am Grünland. Nach 1960 entstand die Lukas-Siedlung. Heute wohnen über 5500 Menschen auf ca. 742 ha in der Firnhaberau.

Der inzwischen dicht besiedelte Stadtteil verfügt über eine aus­gezeichnete Infrastruktur: Ärzte, Tierarztpraxis, Apotheke, Gärtnereien, Sparkassenfiliale, Schreibwarenläden, Bäcker, Metzger, Friseure, Fahrschule und vieles mehr.

1981 eröffnete die Kirchenstiftung St. Franziskus eine Kinder­tagesstätte mit derzeit vier Kindergarten- und einer Hortgruppe.

Das BeGegnungsZentrum St. Franziskus wurde am 1. Mai 1977 eingeweiht, welches viele Gruppen der Pfarrei, Bewohner der Firnhaberau und Auswärtige für Feste, Treffen und Veranstal­tungen gerne nutzen.

Die Firnhaberauer waren schon immer sehr sportlich. Bereits 1926 wurde der TSV gegründet und seit 1958 lädt die DJK Nord zur körperlichen Ertüchtigung ein.

Die Autobahn durchquert die Firnhaberau in West-Ost-Richtung. Die ursprüngliche Lechbrücke von 1935/36 wurde abgerissen und durch zwei neue Brücken ersetzt. Als während des Hochwassers im August 2005 das östliche Fundament unterspült wurde, sackte die neue Brücke einseitig ab und drohte in den Lech zu stürzen, was zur Ausrufung des Katastrophen­alarms für die Stadt Augsburg wegen drohender Überflutung führte. Gott sei Dank wurde die Firnhaberau aber verschont.

Viele Radfahrer durchqueren unsere Firnhaberau auf dem Radfernweg Romantische Straße, der vom Main zu den Alpen führt. Manch einer macht Station in unserer Firnhaberau.

Jutta Häfele
Pfarrgemeinderat, AK Öffentlichkeitsarbeit

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