Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Gedanken zur Predigt

Ein Blog unserer Geistlichen mit ihren Gedanken zur Predigt.

Ansprache zum Fest der Taufe Christi - 10.01.2021
Msgr. Anton Schmid

Es gibt die Redewendung „Etwas aus der Taufe heben“, was besagt: Etwas gründen oder ins Leben rufen. Man spricht auch von eine Schiffstaufe, wenn ein neues Schiff einen Namen erhält. Wer eine „Feuertaufe“ überstanden hat, ist einer bedrohlichen Situation entronnen und kann neu aufleben.

Diese Gedanken aus dem Alltag  können auch auf die Taufe Jesu übertragen werden: Seine Taufe im Jordan ist der Beginn seines öffentlichen Wirkens; vom Himmel her wurde sein Name genannt „Geliebter Sohn Gottes“; seine Feuertaufe erlitt er am Kreuz in seinem Leiden und Sterben. In seiner Auferstehung hat er alle bösen Mächte und den Tod besiegt.

Heute, am Fest der Taufe Jesu im Jordan, blicken wir nicht mehr zurück auf die schöne Weihnachtszeit, sondern nach vorne, auf sein öffentliches Auftreten in Israel. Der Heilige Geist, der wie eine Taube auf ihn herabkam, gab ihm die Kraft zum Predigen und Heilen. Seine ersten Worte waren: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Er reiht sich ein  in die Schar der Sünder, obwohl er keine Sünde begangen hatte. Menschsein heißt eben, Fehler machen und unvollkommen sein. Er lässt sich von Johannes taufen als Zeichen seiner Umkehr und Hinwendung zu Gott zum Beispiel für alle Menschen. In seinem Tod und seiner Auferstehung wäscht er alle Menschen von ihren Sünden rein und versöhnt uns mit Gott. Darum konnte Johannes rufen: “Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt.“

Bei seiner Taufe kommt auch sein inniges Verhältnis zu Gott zum Ausdruck. Eine Stimme erscholl vom Himmel: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.“ Er nennt auch Gott seinen Vater und gebraucht dazu das Wort „Abba“, das unserem Wort Papa ähnlich ist und „lieber Vater“ bedeutet.

Die Taufe Jesu ist auch für unser Leben und unseren Alltag wichtig. Unsere Taufe ist ein neuer Anfang als Christ und in der Nachfolge Jesu. Wir sind Söhne und Töchter Gottes, geliebt wie Kinder unserer irdischen Eltern. Wir haben wie Adoptivkinder Anteil am Leben des dreifaltigen Gottes und sind auch Erben des ewigen Lebens. Ausgestattet mit dem Hl. Geist werden wir in unseren Alltag gesandt, und können durch unser Leben und unsere Worte andere Menschen für Gott gewinnen. In der Gemeinschaft der Kirche sind wir niemals allein, sondern geborgen in der großen Gemeinschaft der Kirche. Als Kinder Gottes dürfen wir auch noch wachsen und reifen im Leben mit Gott und unseren Brüdern und Schwestern.

Liebe Mitchristen! 

Der heilige König Ludwig von Frankreich besuchte einmal die Kathedrale Notre Dame in Paris. Da sagte Jemand zu ihm: „Wie lieb muss Ihnen diese Kirche sein, da sie hier zum König gekrönt wurden“. Er antwortete: „Noch mehr liebe ich die kleine Kapelle im Schloss. Dort bin getauft worden und ein Kind Gottes geworden!“  -  Kind Gottes zu sein steht höher als König zu sein. Amen

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