Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Gedanken zur Predigt

Ein Blog unserer Geistlichen mit ihren Gedanken zur Predigt.

Ansprache am Fest der Erscheinung des Herrn - 06.01.2021
Msgr. Anton Schmid

Im Jahre 6 vor Christi Geburt gab es am Sternenhimmel eine spektakuläre Erscheinung, einen Stern, der heller war als alle anderen. Die Astronomen sagen, dass sich damals  die Bahnen von den zwei Planeten Jupiter und Saturn gekreuzt haben und dabei wie ein einzelner heller Stern anzusehen waren. Die Astronomen der damaligen Zeit in Babylonien und im Iran kannten nicht den Grund für den hellglänzenden Sternund sahen darin ein Zeichen für die Geburt eines heidnischen Gottes.

 In der Bibel des Volkes Israel war von einem besonderen Stern die Rede, der über dem Stamm Jakob aufgehen wird. Diese Stelle war ihnen bekannt und ließ sie nach Jerusalem aufbrechen. Da ein König nur in einem Königspalast auf die Welt kommen kann, fragten sie den König Herodes nach dem neugeborenen König. Die Schriftgelehrten wiesen ihnen den Weg nach Bethlehem, wie es auch in der Bibel stand. So hat auch das heutige Evangelium einen historischen Hintergrund, wie auch die Geburt Christi in der Zeit des Kaisers Augustus geschah, der die Stadt Augsburg im Jahre 15 vor Christus gegründet hat.

Der Evangelist Lukas berichtet von der Geburt Christi in einem Stalle, genauer gesagt in deiner Felsenhöhle bei Bethlehem. Hier offenbarte sich Gott den Armen und am Rande der Gesellschaft stehenden Hirten. Heute, am Fest Dreikönig, offenbarte sich Gott den Weisen und Mächtigen, die eine lange und beschwerliche Reise auf sich nehmen konnten. Sie knieten vor dem Kind nieder und huldigten ihm. Gott ist da für alle, für die Armen und Reichen, für die Schwachen und Mächtigen, für die Gesunden und die Kranken. So hat er sich dem Mose am brennenden Dornbusch geoffenbart. Er ist „Jahwe“, das heißt der „Ich bin da“.  Er ist nicht für eine bestimmte Gruppe oder Klasse Mensch geworden, sondern für Alle. Die Armen dürfen ihre Hoffnung auf ihn setzen, die Reichen und Mächtigen müssen sich öffnen und sich ihrer Kleinheit und Schwachheit bewusst werden. Er zeigte durch seine Menschwerdung seine Liebe zu den Armen und Kranken und zu den Reichen und Mächtigen, wenn sie bereit sind, seine Liebe anzunehmen. Ein Bild dafür ist die Eingangstüre der Geburtskirche von Bethlehem, die nur 1.50 m hoch ist. Jeder Erwachsene, der zur Geburtsgrotte kommen will, muß sich bücken und klein werden. Die Hochmütigen müssen draußen bleiben.

Liebe Christen!

Wie die Sterndeuter sind auch wir auf dem Weg zu Gott, der das ewige Ziel aller Menschen ist. Wir haben Schwierigkeiten auf dem Weg und müssen sie mit der Hilfe Gottes überwinden. Wir gehen Irrwege und müssen umkehren. Wir müssen alt eingetretene Pfade verlassen und neue Wege suchen. Wichtig ist nur, dass wir unser Ziel nicht aus dem Auge verlieren. Amen

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