Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Gedanken zur Predigt

Ein Blog unserer Geistlichen mit ihren Gedanken zur Predigt.

Ansprache zum 50. Ortsjubiläum von Anton Schmid
Diakon Dieter R. Kirchmair

Verehrte Schwestern, liebe Brüder!

Von Papst Franziskus gibt es das Zitat:

"Der Hirte muss den Geruch der Schafe kennen!" Wenig später auf diesen Ausspruch hingewiesen, verstärkte Papst Franziskus seine Aussage und formulierte: "Der Hirte muss selber den Geruch der Schafe haben!" Und wenn ich in aller Bescheidenheit das noch konkretisieren darf, dann möchte ich sagen: Wenn der Hirte den Geruch seiner Herde annehmen will, dann muss er mitten unter den Schafen sein, muss mit ihnen leben".

Lieber Mitbruder Anton,

du bist in den 5 Jahrzehnten zweifelsfrei einer von uns geworden, hast unter uns und mit uns gelebt. Du warst vom ersten Tag deines Wirkens an unser "Herr Stadtpfarrer" immer bestrebt, uns - den dir anvertrauten Gläubigen - den Glauben an den dreifaltigen GOTT nahe zu bringen, uns in diesem Glauben zu stärken und zu festigen. Dieser rote Faden zog sich ohne irgendeinen Bruch durch diese 18.250 Tage deines Lebens, die Du mitten unter "deinen Schafen" in der Firnhaberau verbracht hast.

Den Menschen nahe zu sein, den Geruch der Schafe anzunehmen, kann sich natürlich nicht in der Verkündigung, d.h. in der reinen Erfüllung der pastoralen Aufgaben erschöpfen. Du hast uns, deine Herde, geführt, wobei der Weg zu saftigen Weiden oft auch ein durchaus beschwerlicher war. Ich erinnere nur daran, dass wir jahrelang Glas sammelten, um die Pfarrkirche restaurieren zu können und auch um Geld für unser BGZ zu beschaffen. Unser Pfarrer stand mit uns auf den riesigen Glasbergen, die in seinem geliebten Pfarrgarten aufgetürmt waren, und zertrümmerte stundenlang die Glasflaschen. Es war überhaupt keine Frage, am Samstagabend dann nach der Kräftezehrenden Glassammlung feierte unser Stadtpfarrer - vielleicht ein bisschen ausgepowert - mit uns die heilige Messe und verkündete das Wort GOTTES.

Zu allen Zeiten auch war es ihm ein herzliches Anliegen, junge Menschen für die geistlichen Berufungen zu gewinnen. Wir alle aber wissen: auch die ausgefeiltesten Überzeugungskräfte brauchen ein überzeugendes Beispiel: Der Pfarrer Anton Schmid gab 50 Jahre lang in der Firnhaberau ein überzeugendes und motivierendes Bild eines Geistlichen, eines fürsorglichen Hirten. Es ist Dir auch wirklich gelungen, Arbeiter für den Weinberg des Herrn zu gewinnen.

Liebe Mitchristen !

Was hat ihn motiviert nach St. Franziskus zu kommen, was hat ihn angetrieben? Die Firnhaberau kann man, wenn man selbst ein Siedler Kind ist, als ein besonderes, manchmal zumindest auch anspruchsvolles Terrain bezeichnen. Auch sein Vorgänger konnte berichten, dass das Siedler Leben anstrengend ist und auch dem Hirten so manches abverlangt, was den jungen Geistlichen nicht im Priesterseminar gelernt wurde, was sich auch nicht sofort in messbaren pastoralen Erfolgen niederschlägt.

Das Leitmotiv konnte lauten:

"Herr, auf dein Wort hin will ich die Netze nochmal auswerfen!" Wir kennen doch alle die Schriftstelle: "Wider jede Erwartung machen dann Petrus und seine Gefährten, Johannes und Jakobus, einen großen Fang. Sie erschrecken vor diesem außergewöhnlichen Wunder, sie spüren den Hauch Gottes. Das mag auch Anton Schmid so gegangen sein, als er sich für den vielerorts auch sehr steinigen Weinberg in der Firnhaberau entschied. "Herr, auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen." Menschen fangen für das Reich Gottes - ich will dies noch positiver formulieren - Menschen auch durch sein Vorbild für das Reich Gottes begeistern, das war und ist sein Motiv.

Lieber Anton, liebe Schwestern, liebe Brüder,

für dieses halbe Jahrhundert ist es würdig und recht GOTT zu singen, IHN zu loben, Dank zu sagen und IHN anzubeten. Denn ER ist der unbegreifliche, unfassbare GOTT, der ewig Seiende mit seinem eingeborenen Sohn und dem Heiligen Geist. Vom dreifaltigen GOTT wurde uns ein Hirte gesandt! Du Herr und GOTT hast nichts versäumt, sondern alles getan um uns durch sein Wirken den Weg in den Himmel zu ebnen, um uns dann mit deinem Reich zu beschenken.

Für das alles sagen wir Dir, GOTT allmächtiger Vater, Lob und Dank, für alles, was wir kennen aber auch für die verborgenen Wohltaten, die uns durch unseren Hirten erwiesen worden sind. Hier will jetzt zwar "A m e n !" sagen, aber es folgen noch wenige Sätze:

Lieber Anton

Für 50 Jahre "Stadtpfarrer" in St. Franziskus sagen Dir alle Firnhaberauer ein herzliches "Vergelts Gott!" Unser Herr Jesus Christus, der dich in diesen Weinberg gesandt hat, wird dir dein jahrzehnte langes engagiertes und fruchtbares Wirken in unserer Siedlung sicher vergelten.

Auch ich selbst darf mich persönlich herzlich bedanken für deine einfühlsame brüderliche Begleitung u.a. auf meinem Weg zum Diakonat. Herzlich danke ich für das gemeinsame Gebet insbesondere auch für das gemeinsame Breviergebet.

Ja, und ganz zum Schluss noch eine fast selbstverständliche Weisheit: Den Geruch der dir anvertrauten Schafe, in deren Mitte du gelebt hast und "Gott sei Dank" noch immer lebst, diesen Geruch wirst du Zeit deines Lebens nicht mehr los.

A m e n !

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