Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Gedanken zur Predigt

Ein Blog unserer Geistlichen mit ihren Gedanken zur Predigt.

Ansprache zum 1. Adventssonntag - 29.11.2020
Msgr. Anton Schmid

Zu unserer Zeit erleben wir viele Naturkatastrophen mit zahlreichen Toten. Wir denken an Erdbeben, an Überschwemmungen und Hurrikane, an Dürrekatastrophen in Afrika und viele weitere. Im heutigen Evangelium hörten wir von kosmischen Katastrophen mit unbegrenztem Ausmaß: „Die Sonne wird sich verfinstern, der Mond nicht mehr scheinen, die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden“.  Dies sind Zeichen für das Ende der Welt und auch für das Ende unseres Lebens. Unsere Welt wird nicht ewig bestehen bleiben, sondern wird ein Ende haben wie auch unser Leben ein Ende hat. Dies ist aber nicht das absolute  Ende, sondern der Beginn des Reiches Gottes. „Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen.“ Christus wird dann für alle sichtbar der Herrscher sein; dann gibt es keinen Tod mehr, keine Tränen und Krankheiten, dann wird alles Böse überwunden sein. Im Reiche Gottes herrschen Friede und Freude, Wahrheit und Gerechtigkeit, Liebe und Lobpreis.

Dieses Reich Gottes ist schon mit Christus auf die Erde gekommen, aber im Verborgenen, nur sichtbar für die Gläubigen.  Es muss sich immer mehr ausbreiten und diese Welt zum Guten verändern. Jesus selbst sagte: „Das Reich Gottes ist schon mitten unter euch.“ Überall, wo Liebe geschenkt  wird, wo Notleidenden geholfen wird, wo Friede  einkehrt und der Hass überwunden wird, wo Wahrheit und Recht  herrschen,  wo Christus der Herr ist,  da ist heute schon das Reich Gottes gegenwärtig.

Der Herr sagt weiter: „Ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Seid also wachsam!“  „Wach sein“ heißt, nicht zu schlafen, gemeint ist nicht untätig zu sein. Gott will, dass wir unsere Talente und  Fähigkeiten für das Reich Gottes einsetzen und vermehren, in der Familie, der Arbeit, in der Öffentlichkeit, an jedem Ort unseres Lebens.

Wach sein“ heißt auch, die Augen zu öffnen für unsere Mitmenschen, und zu sehen, wo jemand unsere Hilfe braucht. Am Christkönigsonntag war die Rede von Hungernden, Dürstenden, Kranken, Nackten, Obdachlosen, Gefangenen. Christus hat sich mit allen leidenden Menschen solidarisiert, sodass wir in ihnen ihm selbst begegnen.

Wach sein“ heißt weiter, nach dem Herrn Ausschau zu halten und nicht zu schlafen. Er bringt zum Vergleich im Evangelium  10 Jungfrauen, die auf ihren Bräutigam warten. Aber nur fünf von ihnen wurden in den Hochzeitssaal eingelassen, will sie innerlich bereit waren. Die anderen fünf mussten draußen bleiben, weil das Öl der Liebe in ihren Lampen ausgegangen war. Wach sein heißt demnach, die Flamme der Liebe in unseren Herzen nicht erlöschen lassen. Christus ist der Bräutigam, wir als Kirche sind seine Braut und warten auf sein Kommen.

Der Bräutigam kam um Mitternacht, als ihn Niemand erwartet hat. Wir sollen also immer bereit sein, denn niemand weiß den Tag und die Stunde, wann der Herr kommt.  Bereit sein heißt also, treu im Glauben zu sein und die Liebe im Herzen zu bewahren.

Liebe Christen!

Das neue Kirchenjahr gibt uns wieder die Möglichkeit, alle Facetten der Liebe Christi zu erkennen und unsere Liebe zu erneuern. Feiern wir bewusst die Zeit des Advents als eine Zeit der Umkehr und der Erneuerung unseres Glaubens. Folgen wir dem Herrn auf all seinen Wegen, über Weihnachten in die Fasten- und Osterzeit bis zum nächsten Advent. Amen.

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