Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Gedanken zur Predigt

Ein Blog unserer Geistlichen mit ihren Gedanken zur Predigt.

Ansprache zum Fest der Taufe Christi – 13.01.2019
Msgr. Anton Schmid

Wenn  Jemand Erfolg hat im Leben, im Beruf, in der Politik, im Sport oder im Film, kann er leicht übermütig und stolz werden. Man sagt: „Der Ruhm ist ihm in den Kopf gestiegen.“ Das Gegenteil hörten wir im heutigen Evangelium:  Johannes der Täufer blieb demütig, obwohl er einen großen Zulauf hatte. Er wies auf Christus hin, der nach ihm kommen und der größere sein wird. Er sagte: „Ich taufe mit Wasser, es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhriemen zu lösen. Er wird euch mit dem Hl. Geist und mit Feuer taufen.“ Obwohl Leute aus Jerusalem und aus ganz Judäa zu ihm kamen und ihm zuhörten, blieb er sich seiner Kleinheit bewusst im Hinblick auf einen größeren. Demut ist Wahrheit, sagt die Volksweisheit; denn gebrechlich und anfällig ist unser Menschsein und nur von relativ kurzer Dauer. Was haben wir, was wir nicht empfangen haben oder durch andere Menschen geworden sind? Die heilige Theres von Lisieux, die zur Kirchenlehrerin erhoben wurde, nannte sich einen kleinen Pinsel, mit dem Gott seinen Sohn Jesus in den Menschen malen wollte. Sie sah sich als Werkzeug in der Hand eines Künstlers.

Im Vorwort des Johannes-Evangeliums heißt es von Johannes: „Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kamen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.“ Dann heißt es weiter: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“  Hier ist schon von Anfang an der Unglaube der Menschen angedeutet, der bis zum Tod Jesu am Kreuz führen wird. Aber es gibt in diesem Vorwort auch eine frohe Botschaft: „Allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“ Das ist das Höchste, was Menschen erreichen können, wahre Söhne und Töchter Gottes  zu werden  und an seinem göttlichen Leben  Anteil zu haben. Wir haben  als Christen eine innige Beziehung zum dreifaltigen Gott und nehmen teil an seinem innergöttlichen  Gespräch. Was die Stimme  vom  Himmel zu Jesus sagte, gilt auch für uns: „ Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“   

Das Evangelium hat uns die Vorrangstellung Jesu vor Johannes dem Täufer gezeigt. Beide haben aber auch etwas gemeinsam: Sie beginnen ihr  öffentliches Wirken mit einem Aufruf zur Umkehr: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium!“ Dies   bedeutet ein Umdenken und eine neue christliche Lebenseinstellung. Wir sollen nicht dem Mainstream der heutigen Zeit folgen, sondern eine gute Beziehung zum dreifaltigen Gott suchen. Die Taufe reinigt von Sünden und bringt uns Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott. Der Geist Gottes, der auf Jesus wie eine Taube herabkam, soll auch uns führen und stärken. Er hat Jesus in die Wüste geführt, wo er vom Teufel versucht wurde und ihm widerstanden hat. Er führte ihn dann nach Galiläa, wo er das Reich Gottes gepredigt hat, er führte ihn auch nach Jerusalem, wo er starb und auferstand.  Der Geist Gottes ist auch uns geschenkt in Taufe und Firmung, er stärkt uns für die Aufgaben in unserem Alltag und macht uns Christus ähnlich.   

Liebe Christen !

Wir haben Weihnachten gefeiert. Das heutige Fest ist der Übergang zum Alltag. In der Kraft des Heiligen Geistes und mit der Demut des heiligen Johannes des Täufers werden wir alle Feinde von außen und von innen überwinden und im Wohlgefallen Gottes verbleiben. Amen

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