Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Gedanken zur Predigt

Ein Blog unserer Geistlichen mit ihren Gedanken zur Predigt.

Ansprache zum Jahresschluss 2018
Msgr. Anton Schmid

Zum Jahresschluss gibt es in vielen Medien Rückblicke auf das verflossene Jahr. Auch privat denken wir an verschiedene Ereignisse, frohe und traurige, zurück. Manche sagen: „Wie schnell ist doch dieses Jahr vergangen!“  Ich verspüre es auch: Je älter man wird, umso schneller vergeht ein Jahr.

Ein Künstler aus dem dritten Jahrhundert vor Christus hat in einem Relief aus Stein die Zeit bildlich dargestellt. Ein Jüngling greift mit beiden Händen nach einer Waage, deren Zeiger nach unten weist. Er will zurückholen, was vergangen ist. Aber er greift ins Leere, denn was vergangen ist, kann man nicht mehr zurückholen. An den Schultern und an den Füßen wachsen dem Jüngling Flügel, was darauf hinweist, wie schnell die Zeit vergeht. An seiner Stirn ist ein dichter Haarschopf, den man festhalten kann. Wir sollen die rechten Gelegenheiten des Alltags ergreifen. Sein Hinterkopf ist kahl, weil man das Entflohene nicht zurückziehen kann. Der Name des Jünglings heißt „Kairos“, was so viel wie der „Rechte Zeitpunkt“ bedeutet. Wir sollen die rechte Zeit nützen, denn sie kommt nicht mehr zurück.

Als Christen können wir noch weiter und tiefer gehen: Gott gibt uns die Zeit des Lebens, die wir nützen sollen. Es gilt, seinen Willen zu erkennen und ihn jeden Tag zu erfüllen. Dann ist unsere Zeit richtig genützt und bringt Segen für uns und andere.

Unsere Gemeinde hat zum Beispiel den rechten Augenblick erfasst und  den Hort des Kindergartens ins BGZ eingebaut. Das war die Chance, unser Pfarrheim für die Schulkinder unserer Gemeinde zu nützen, es auf sichere finanzielle Basis zu stellen und das Gebäude nach 40 Jahren zu erneuern. Wir haben dafür Zuschüsse vom Staat, von der Stadt und von der Kirche erhalten. Viele von uns haben auch zahlreiche Stunden für Beratung und Mitarbeit dafür eingebracht.

Wir nützen auch die schöne Lage unserer Pfarrei an der städtischen Mülldeponie und feiern auf dem Müllberg jährlich das Erntedankfest. Eine Bergmesse zieht neue Teilnehmer aus nah und fern an. – Das Patrozinium haben wir mit Weihbischof Anton Losinger feiern dürfen und damit auch das 25- jährige Jubiläum unseres Neubaus der Kirche und von unserer neuen Orgel verbunden. Am Abend des Patroziniums war ihre Klangfülle in einem erstklassischen Orgelkonzert zu bewundern. – Am 25. Februar haben wir einen neuen Pfarrgemeinderat gewählt und neue Mitglieder hinzugewonnen. Am 18. November wurde die Kirchenverwaltung neu gewählt, was zu einer Verjüngung des Rates geführt hat. Die Mitglieder haben alle vollen Einsatz gezeigt, was den Umbau des BGZ oder die Feiern  der Gemeinde angeht. Das neue Jahr bringt neue Möglichkeiten und Herausforderungen, um sich für Gott und die Kirche einzusetzen. – Wie Sie wissen, wird ab September des neuen Jahres ein neuer Pfarrer die beiden Pfarreien Christkönig und St. Franziskus leiten und betreuen. Er wird ein gut bestelltes Feld vorfinden und die neue Pfarreiengemeinschaft in die Zukunft führen. Mein Wunsch wäre es, dass ich im Pfarrhaus bleiben kann, weiß aber nicht, ob dies möglich ist und was der Wille Gottes ist. Denn „Der Mensch denkt, aber Gott lenkt.“

Nun bleibt mir noch die schöne Aufgabe zu danken, allen Brüdern und Schwestern ein herzliches Vergelt`s Gott zu sagen, die zum lebendigen Leben unserer Pfarrei beigetragen haben. Zuerst meinem Mitbruder, Herrn Diakon Dieter Kirchmair, für die gute Zusammenarbeit und seine große Einsatzbereitschaft. Danken möchte ich auch unserem Kirchenchor unter Leitung von Frau Annette Fuchs und der neuen Schola für die feierlich gestalteten Gottesdienste, den Ministranten und den Mesnern. Dank gebührt auch unserer Kirchenverwaltung  und dem Pfarrgemeinderat für sein hohes Engagement, unseren Verbänden Frauenbund, KAB,  Seniorenwerk, DJK und der Pfarrjugend. Dank gebührt Ihnen allen für Ihre Spendenbereitschaft, und besonders für die Mitfeier der Gottesdienste und Ihr Gebet. Die heilige Therese sagte einmal: „Das Gebet und das Opfer sind meine ganze Kraft.“ Sie wusste, dass sie damit alles bei Gott erreichen konnte.

Liebe Christen!

In wenigen Stunden treten wir über die Schwelle des neuen Jahres. Noch ist Weihnachtszeit, noch stehen die Christbäume, die von Mitgliedern der KAB so schön geschmückt wurden, noch sind wir erfreut über die Menschwerdung Gottes. Sie zeigt uns, dass Gott nicht in weiter Ferne lebt, sondern sich um unsere Welt und uns Menschen kümmert. Das erfüllt uns mit Dank und  mit Hoffnung für das neue Jahr. Amen

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