Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Gedanken zur Predigt

Ein Blog unserer Geistlichen mit ihren Gedanken zur Predigt.

Ansprache zum 2. Advent
Msgr. Anton Schmid

In einer 9. Schulklasse habe ich einmal gefragt: Was fällt euch ein, wenn ihr das Wort „Advent“ hört? Folgende Worte schrieben sie an die Tafel: Adventskranz, Hektik, Einkäufe der Weihnachtsgeschenke, Geld abheben, dunkle Zeit, Lichter in den Fenstern und in den Gärten, Nikolausbesuch, Adventfeiern, Ankunft des Herrn, Christbaum kaufen, Krankenbesuche, Einladungen, Stille, Krippe herrichten, Zeit zum Beten, Rorate, Backen, Friede auf Erden, Weihnachtskarten schreiben, Neuer Mantel, Festessen für Weihnachten, Weihnachtslieder auf CD. Dann bat ich die Schüler und Schülerinnen, die Worte mit verschiedener Farbe zu unterstreichen, die zum Kern des Advents gehörten und jene, die zum Brauchtum gehörten oder Äußerlichkeiten sind.

Das Evangelium des zweiten Advent spricht eine andere Sprache. Johannes, der Täufer tritt auf und ruft die Menschen zur Umkehr und zur Vergebung der Sünden. „Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Straße! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden.“  Was könnte das für unser Leben bedeuten?  haben wir Defizite im Glauben oder in der Nächstenliebe? Nehme ich mir zu wenig Zeit zum Gebet oder zur Mitfeier der Gottesdienste? Nehme ich mir zu wenig Zeit für meine Kinder oder für meinen Ehepartner?

Jeder Berg und Hügel soll abgetragen werden“. Welche Hindernisse gibt es bei mir, um Gott näher zu kommen? Kann ich sie aus dem Weg räumen? Der heilige Nikolaus von Flüe, der Patron der Schweiz, betete: „Herr, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir; gib mir alles, was mich fördert zu dir; nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen Dir.“ Besonders die Liebe bringt uns näher zu Gott und baut Hindernisse ab. Gott ist die Liebe und wir sollen sie weitergeben.

„Was krumm ist, soll gerade werden.“ Mache ich krumme Sachen in der Arbeit oder vor dem Gesetz? Was kann ich ändern? Kenne ich die Möglichkeit, in einer Beichte oder in einem Bußgottesdienst einiges, was krumm ist,  gerade zu machen?

„Was uneben ist, soll ebener Weg werden“. Bin ich bereit, mich mit einem Nachbarn zu versöhnen? Suche ich den Frieden mit meinen Arbeitskollegen? Übertreibe ich im Gebrauch von Genussmitteln? 

Liebe Christen! -  Nützen wir die Adventszeit, um den Weg für das Kommen Christi zu ebnen. Dann erfüllt sich auch für uns der letzte Satz des Evangeliums: „Und alle Menschen werden das Heil Gottes schauen.“ Amen

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