Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Gedanken zur Predigt

Ein Blog unserer Geistlichen mit ihren Gedanken zur Predigt.

Ansprache zum 1. Advent
Diakon Dieter R. Kirchmair

Liebe Schwestern und Brüder!

Die Botschaft des Advents lautet:

Wir sind eingeladen im Glauben zu wachsen.

Mit dem 1. Advent lädt uns GOTT ein, in ein neues Gnadenjahr einzutreten. Diese Zeit der Erwartung, der Einstimmung auf das wunderbare Geschehen der Geburt des göttlichen Kindes, will uns öffnen für die noch heute unfassbare Heilsbotschaft: GOTT wird Mensch! Wir Menschen haben wieder eine Zukunft!

Die Feier des Advents ist ein Zugehen auf den uns entgegenkommenden Retter der Welt!

Die Texte des heutigen Gottesdienstes, die Schriftstellen und die Gebete, sie sind erfüllt von der Erwartung auf eine – von GOTT begleitete – Zukunft. Die Adventszeit dürfen wir daher auch als eine Zeit verstehen, die uns in besonderer Weise Mut machen will.

Tag für Tag gehen wir nun auf Weihnachten zu, das von der Vergangenheit her gefüllt ist mit Erfahrungen. Da sind meist schöne – oft verklärte – Erinnerungen und auch solche, die noch auf die Gegenwart Licht aber manchmal auch Schatten werfen. Und so erwarten wir wieder das Geburtsfest des göttlichen Kindes, das uns die Geschehnisse vor über 2.000 Jahren vor Augen führt, und nehmen damit auch diese Vergangenheit in unsere Gegenwart mit hinein, bewusst oder auch unbewusst.

Diese  besondere Zeiterfahrung spiegelt sich in dem wider, was man den ‚doppelten Advent‘ nennt:

Weil die Zukunft immer unsicher ist, entfaltet unsere erlebte Vergangenheit ein oft übermächtiges Gewicht, gewinnt all dies, was war besondere Aufmerksamkeit. Auch nur einzelne Splitter dieser Vergangenheit können die Gegenwart berühren:

So sehr die Vergangenheit immer wieder in die Zukunft hinein wirkt, so sehr eignet sich gerade der Advent  für einen Neubeginn, für ein Zugehen auf diese heilende Zukunft, ein frohes und hoffnungsvolles Erwarten.

Die in der Perspektive der Adventszeit aufscheinende weihnachtliche Glaubenserfahrung, des Ankommens des Gottessohnes als Mensch, kann unser Leben hier und jetzt grundlegend verändern. Wir erwarten das fleisch-gewordene Wort GOTTES, es liegt an uns diesem Gottessohn in unseren Herzen und in unseren Häusern und Wohnungen einen Platz – eine Krippe – zu bereiten.

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

in der zweiten Lesung dieses ersten Adventsonntags haben wir aus dem Brief, den Paulus an seine Gemeinde in Thessaloniki geschrieben hat, gehört, wie der Apostel die christliche Zukunftshoffnung entfaltet:

Aus der Zukunft, aus dem heute beginnenden neuen Gnadenjahr, kommt uns Christus entgegen. GOTT hat ihn, den Auferstandenen, zum Herrn der Geschichte erhoben und sich damit das entscheidende letzte Wort über seine Schöpfung vorbehalten.

Damit aber wird uns die Unsicherheit genommen, die wir mit Blick auf die Zukunft oft empfinden, der Sohn GOTTES kommt uns als Mensch und Bruder entgegen: Das nämlich ist der Erweis, dass GOTT, unser Vater, uns Menschen nicht abgeschrieben hat. ER wirbt um unser Vertrauen.

Gerade in der Adventszeit ist dieses Vertrauen auf den uns entgegenkommenden Gottessohn der Anstoß dafür, dass wir in dieser heiligen Zeit als Gotteskinder im Glauben wachsen. Paulus geht davon aus tiefer Überzeugung aus, wenn er schreibt:

„Der Herr lasse euch wachsen und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen.“

Das ist die Perspektive für die vor uns liegenden Adventswochen, das ist das Ziel, das wir vor Augen haben. Wir sind eingeladen, diese Zeit der Erwartung als eine Zeit des persönlichen Wachstums im Glauben zu nutzen. Und auch wenn es nur kleine Schritte sein sollten: Liebe Schwestern, liebe Brüder, entscheidend ist die Richtung – auf den hin, der uns entgegengeht.

A m e n !!

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