Katholische Pfarrei

St. Franziskus

Augsburg - Firnhaberau

Gedanken zur Predigt

Ein Blog unserer Geistlichen mit ihren Gedanken zur Predigt.

Ansprache zum Christkönigssonntag – 25.11. 2018
Msgr. Anton Schmid

In diesem Jahr feiert die politische Welt das 100-jährige Jubiläum des Endes des ersten Weltkrieges, der von 1914 – 1918 dauerte. Damals gab es noch in vielen Ländern Könige, die das Schicksal der Völker bestimmten. Gegen Ende des Weltkrieges mussten diese Könige abdanken und es entstanden die Demokratien, die Herrschaft des Volkes. Alle Bürger sollten nun das Schicksal ihres Volkes bestimmen.
Damals, im Jahre 1925, hat Papst Pius XI. das Christkönigsfest in den kirchlichen Kalender eingeführt und damit deutlich gemacht, dass dieses Fest nicht identisch ist mit einer weltlichen Königsherrschaft. Das Königtum Christi ist nicht von der Art eines weltlichen Königs, es ist ein Königtum der Liebe und des Friedens. So sagt auch Christus vor Pilatus: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.“ Und in der Präfation dieses Festes heißt es: Es ist das Reich der Gerechtigkeit, der Wahrheit, der Liebe und des Friedens. Es ist aber in der Welt und es liegt an den Menschen, besonderes den Christen, ihm zum Durchbruch zu verhelfen. Christus ist seit seiner Auferstehung und Himmelfahrt der Herr über alle Bereiche der Welt, jetzt noch im Verborgenen und nur von den Gläubigen  zu erkennen. Wenn er wiederkommt am Ende der Zeiten, wird er allen offenbar werden.
Jesus sagte offen vor Pilatus, auch wenn dies sein Todesurteil mit sich brachte: „Ja, ich bin ein König, ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“ Seine Botschaft ist die Wahrheit und seine Botschaft ist die Liebe Gottes zu den Menschen und die Liebe untereinander. – Ein weltlicher König hat Zeichen seiner Macht wie eine Krone oder ein Zepter. Bei Jesus gibt es ein anderes Zeichen: eine Inschrift am Kreuz über seinem Haupt: INRI, das heißt übersetzt: Jesus von Nazareth, König der Juden. Das war in drei Sprachen geschrieben und von allen Bewohnern zu verstehen. Der römische Statthalter Pilatus hatte diese Schrift anbringen lassen. Die Liebe ist das Grundgesetz des Reiches Gottes, unsere Kraft und unsere Hoffnung. Als Zeichen seiner Liebe hat er sein Herz von einer Lanze öffnen lassen, und es flossen Blut und Wasser heraus. Das Wasser deutet hin auf die Taufe, das Blut auf die Sakramente, besonders die Eucharistie. In der geöffneten Seite des Erlösers ist die Quelle des christlichen Lebens und unseres ewigen Heiles.
Liebe Christen!
Viele Königreiche und weltliche Herrschaften hat unsere Erde schon gesehen. Die Herrschaft Christi allein bleibt ewig bestehen. Sie soll die Welt durchsäuern wie ein kleines Stück Sauerteig einen Trog Mehl durchsäuert. Das Reich Gottes soll unsere zum Teil dunkle Welt erhellen, wie eine Lichtquelle einen großen Raum erhellt. An uns und allen Menschen liegt es, dass dies Wirklichkeit wird. Amen

 

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